Nussmus selber machen ist ganz leicht. Wichtig dabei: die Nüsse vorher einweichen! Warum das so ist, liest du in meinem Beitrag “Warum du Nüsse einweichen solltest.”

Lesedauer ca. 7 Minuten

Nicht nur in der kalten Jahreszeit ist Nussmus aus der Küche kaum wegzudenken. Es ist die Basis für schnelle pflanzliche Milchrezepte, veredelt Desserts und Süßigkeiten, lässt sich einfach aufs Brot streichen und kann sogar in herzhaften Rezepten verwendet werden. Im Laden sind Nussmuse oft sehr teuer und teilweise sogar mit völlig unnötigen Zutaten versetzt. Dabei ist Nussmus selber machen so einfach. Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und wenn man erst mal die Grundrezepte beherrscht, können diese beliebig verfeinert, abgewandelt und variiert werden.

Nussmus selber machen

Nussmus Herstellung, die Basics

Nussmus lässt sich aus wirklich jeder Nuss herstellen.
Haselnuss, Walnuss, Mandeln, Cashews, Erdnüsse… erlaubt ist was schmeckt. Auch Tahin, das Sesammus lässt sich genauso einfach herstellen.
Und mehr als Nüsse braucht es an Zutaten dafür auch nicht. Allerdings sollte man sich in Geduld üben. Die Nüsse müssen schliesslich wirklich ganz fein vermahlen werden. Und bis das Nussmus so richtig schön fein und cremig ist, dauert es ein bisschen. Das variiert natürlich je nachdem, welches Gerät man verwendet.
Dafür eignen sich Hochleistungsmixer, Küchenmaschinen mit S-Messer, manche Entsafter mit passendem Aufsatz oder auch der einfache Standmixer. Wenn man einige Punkte beachtet, gelingt die Herstellung von Nussmus jedoch mit nahezu jedem Gerät.

Nussmus selber machen ist ganz einfach.

Wichtige Tipps für die Herstellung von Nussmus

Besonders einfach geht die Zubereitung wenn man mit warmen Nüssen beginnt. Aus der Nuss wird ja erst dann ein wirklich feines Mus, wenn durch die Reibung des Mixers genug Wärme produziert wurde, damit die Nuss ihre Öle freisetzt. Mit warmen Nüssen zu beginnen, verkürzt somit den Herstellungsprozess. Man kann die Nüsse ganz einfach im Ofen erhitzen oder richtig rösten, was ihnen einen besonders aromatischen Geschmack verleiht.
15 Minuten bei 150 Grad im Ofen sind dafür bei den meisten Nüssen ausreichend. Cashews sind allerdings sehr hitzeempfindlich und daher bereits nach ungefähr 10 Minuten fertig.

Allerdings sollten die Nüsse auch nicht zu heiss in die Küchenmaschine oder den Mixer gegeben werden, da sonst der Motor des Gerätes überhitzen könnte. Nach dem Rösten empfiehlt es sich daher, die Nüsse etwas abkühlen zu lassen. Wenn man sie in der Hand halten kann ohne sich zu verbrennen, haben sie die perfekte Temperatur.

Zu Beginn des Prozess werden die Nüsse erst einmal krümeln und sich an den Rändern des Behälters absetzen, das ist völlig normal. Die Nusskrümel müssen einfach nur mit einem Silikonspatel oder einem ähnlichen Utensil wieder herunter geschoben werden. Natürlich sollte das Gerät dabei unbedingt ausgeschaltet werden. Wenn die Nüsse beginnen, ihre Öle freizusetzen, klumpen sie allmählich zusammen und lassen sich so einfach weiter mixen. Je nach Gerät und Wärme kann es ein bis zu zwei Minuten dauern, bis dieser Prozess beginnt.
Und dann heißt es eigentlich nur noch weiter mixen, bis das Mus die gewünschte Konsistenz hat.
Wie bereits erwähnt, sollte man dabei aber die Temperatur im Auge behalten und dem Motor des Küchengerätes zwischendurch eine kleine Pause zum Abkühlen gönnen.
Bis aus ganzen Nüssen ein richtig feines Mus geworden ist, dauert es zwischen drei bis fünf Minuten und das kann für manche Geräte ansonsten zu viel Dauerbelastung sein.

Nussmus aus Mandel, Erdnuss oder Cashew

Nussmus verfeinern

Wem der pure Nussgeschmack nicht reicht, der kann sein Nussmus beliebig verfeinern.
Mit Gewürzen wie Vanille, Zimt oder etwas Orangenöl (das toll zu Mandelmus passt) wird daraus eine echte Delikatesse.
In der Vorweihnachtszeit veredeln Spekulatius- und Lebkuchengewürz die Muse und machen aus ihnen eine schöne Geschenkidee.
Um zum Beispiel aus Mandelmus ein köstliches Spekulatiusmus zu machen, rührt man einfach einen halben TL des jeweiligen Gewürzes in ein Glas Mandelmus.

Das Nussmus richtig aufbewahren

Frisches Nussmus sollte immer in einem sauberen, verschlossenen Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort hält es sich mehrere Wochen. Mit der Zeit kann es sein, dass sich das Öl oben auf dem Mus absetzt. Dann einfach mit einer Gabel das Mus umrühren. Falls sich das umrühren schwierig gestaltet, das Glas in ein warmes Wasserbad stellen und einige Minuten darin lassen. Nun sollte sich das Mus ganz einfach umrühren lassen.

Mandelmus, Cashewmus und Erdnussmus – die Unterschiede

  • Mandelmus kann als braune oder weiße Variante hergestellt werden. Je nachdem ob man geschälte oder ungeschälte Mandeln verwendet. Mandelmus hat einen intensiven, leicht süßlichen Geschmack und eignet sich wunderbar für Desserts, Gebäck und Süßspeisen.
  • Cashewmus ist das neutralste aller Muse und eignet sich daher ideal für süße und herzhafte Gerichte. Da Cashews von Natur aus sehr weich sind, lassen sie sich auch am einfachsten verarbeiten und das Mus wird in der Regel flüssiger als andere.
  • Erdnussmus hat ebenfalls einen intensiven Eigengeschmack, eignet sich aber hervorragend auch für herzhafte Gerichte. Grade die asiatische Küche lässt sich damit wunderbar verfeinern. Erdnussmus schmeckt auch in der salzigen Variante, in dem man dem fertigen Mus eine Prise Salz zufügt.
cremiges Nussmus

Zehn Möglichkeiten Nussmus zu verwenden

Nussmuse sind vielfältig in der Verwendung.
Die folgenden zehn Beispiele sind nur der Anfang von fast endlos vielen Möglichkeiten.

Nussmilch daraus herstellen

Ein Esslöffel Mandelmus in 250 ml Wasser gemixt und mit etwas Vanille und Salz verfeinert ergibt eine köstliche schnelle Nussmilch. Wer es süßer mag, mixt noch ein bis zwei Datteln dazu.

Als Aufstrich verwenden

Auf Brot, Brötchen oder Knäckebrot etwas Nussmus streichen und Banane oder Apfel in Scheiben obenauf legen.

Als Topping für Müsli, Haferbrei und Porridge
Wer morgens gern eine Schale voll Porridge oder Müsli isst, verfeinert diese einfach mit einem Esslöffel Nussmus für noch mehr Geschmack und Cremigkeit. Besonders in den gekochten Varianten wie Haferbrei und Porridge machen sich Nussmuse gut.

Zum Dippen

Apfelschnitze, Bananenscheiben, Datteln und anderes Obst schmecken noch besser, wenn man sie in etwas Mandelmus oder auch Erdnussmus dippt. Ein toller Snack für unterwegs, die Brotbox für die Schule oder zuhause.

Als Saucenbinder

Nussmuse verleihen Saucen mehr Cremigkeit und binden gut. Als Regel dabei gilt: immer ein neutrales Mus, wie zum Beispiel Cashewmus, verwenden und mit einer kleinen Menge (z.B. ein kleiner Esslöffel) beginnen. Bei Bedarf die Menge an Mus dann langsam steigern.

Zum Backen

Durch die Zugabe von Nussmus lassen sich Eier ideal ersetzen. Als Grundregel gilt hier: ein Esslöffel Mus ersetzt ein Ei.

Im Salatdressing

Ein Esslöffel Mandel- oder Cashewmus verleihen jedem Salatdressing eine schöne Cremigkeit und bringen gesunde Fette mit. Auf die Zugabe von Öl kann daher verzichtet werden.

Für eine schnelle Nascherei

Aus Nussmus und Haferflocken lässt sich schnell eine köstliche Süßigkeit zubereiten. Ein Teil Nussmus mit vier Teilen Haferflocken vermischen, nach Belieben etwas Honig oder Ahornsirup dazugeben und zu kleinen Kugeln formen.

Eine weitere leckere Variante sind mit Erdnussmus gefüllte Medjool Datteln, die im Tiefkühler aufbewahrt und direkt eisgekühlt verzehrt werden können.

Im Smoothie

Nussmuse verleihen jedem Obstsmoothie mehr Cremigkeit und eine extra Portion gesunde Fette und Proteine. Im Sommer passen Beeren und Mandelmus perfekt zusammen und in der kalten Jahreszeit sind Erdnussmus und Banane eine unwiderstehliche Kombination.

Als gesunder Schokoaufstrich

Einer der berühmtesten und beliebtesten Schokoladenaufstriche im Handel ist leider nicht der gesündeste. Mit Haselnussmus als Basis lässt sich aber zum Glück eine köstliche und gesunde Alternative herstellen.
Mein Rezept für köstliche Nuss Nougat Creme findest du hier.

Das Rezept für cremiges Mandel-, Erdnuss-, und Cashewmus

Egal welche Sorte Mus du herstellst, es ist ratsam die Nüsse immer vorher einzuweichen. Warum das so ist und welche Vorteile es mit sich bringt, liest du in meinem Beitrag “Warum du Nüsse einweichen solltest.”

Falls du noch Fragen zum Thema Nussmus hast, dann immer raus damit! Ich würde jetzt vor allem gern wissen: wie verwendest DU Nussmus am liebsten?

Nussmus einfach selber machen

Die Zubereitung für die verschiedenen Nussarten ist immer gleich. Lediglich beim Rösten benötigt die hitzeempfindliche Cashewnuss etwa 5 Minuten weniger Zeit im Ofen. Alle Zutaten beziehen sich auf ein Glas Nussmus. Um weißes Mandelmus herzustellen, musst du die Mandeln vorher einweichen und schälen.
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Portionen:1 Glas

Zutaten

  • 300 g Mandeln, Erdnüsse oder Cashew
  • 1 Prise Zimt, Vanille, Lebkuchengewürz oder Gewürze deiner Wahl
Anleitungen
  • Den Ofen auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

  • Die Nüsse gleichmäßig auf einem Backblech verteilen und für ungefähr 15 Minuten (10 Minuten für die Cashews) in den warmen Ofen geben.
  • Die Nüsse dürfen eine leicht goldene Farbe annehmen und angenehm duften.
  • Nüsse aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.
  • Die Nüsse in den Mixer oder die Küchenmaschine geben und mit dem Mixen beginnen.
  • Wenn die Nüsse anfangen sich an den Seiten des Behälters zu sammeln, die Maschine anhalten und die Nüsse mit einem Spatel hinunter schieben.
  • Das Mixen fortsetzen bis die Nüsse anfangen ihr Öl abzugeben. Dann immer weiter mixen bis ein cremiges Mus entsteht. 
Dieser Prozess kann bis zu fünf Minuten dauern und sollte immer wieder von kleinen Pausen unterbrochen werden, damit der Motor des Gerätes abkühlen kann.
  • Insgesamt sollte der Prozess des Mixens mit Pausen so insgesamt ungefähr 10 Minuten dauern.
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COMMENTS Expand
  1. Hi,
    danke für die Rezeptidee. Aber habe ich das richtig verstanden, dass die Kerne erst eingeweicht und dann noch einmal geröstet werden sollen? Müssen die erst trocknen oder kann ich die nass in den Ofen geben?
    Wegen des Kommentars zum Thema regionale Produkte und Import: Es gibt viele Menschen mit Nussallergien. Mich z.B. Mandeln, Erdnüsse und Cashew sind keine Nüsse. Es sind Kerne, was tatsächlich einen Unterschied macht. Natürlich kann man dann regionale Mandeln kaufen (zumindest europäische), aber nur Mandeln Mag ja auch kein Mensch. Ein bisschen Abwechslung wäre immer nett und da Haselnuss und Walnuss nun einmal richtige Nüsse sind, muss halt Cashew oder Erdnuss her. 😉

  2. HallO! Vielen Dank für die ganze Mühe, die in deinen Rezepten und in deinen Blog-Einträgen steckt!!! Ich liebe deine Rezepte!!!

    Und Ich liebe Nussmus!!! Am liebsten esse ich Haselnussmus, bei dem ich die Haselnüsse vorher scharf geröstet hAbe.

    Ich habe eine Frage – vielleicht kannst du mir dabei helfen. Wenn ich BRaunes Mandelmus selber mache, schmeckt Es leider nie so gut, wie gekauftes MandelMuS. Ich hab es schon mit verschiedenen Röststuffn probiert. Irgendwie ist es von der Konsistenz immer etwas dicklicher (auch wenn es ebenso feIn pürIert wurde) und auch sichtbar heller als das gekaufte Mandelmus. Weist du, worAn daS liegen könnte? Bei anderen Nussmusen merke ich sonst keinen Unterschied zum gekauften. Das ist wirklich komisch! Vielen Dank für deine Antwort! LG Kathy

    1. Hallo Kathy,
      erstmal vielen Dank für dein liebes Feedback, das freut mich wirklich sehr. Was deine Frage zum Mandelmus angeht, ja das weiß ich leider auch nicht so wirklich. Ich könnte mir vorstellen, dass es an der Sorte der verwendeten Mandeln liegt? Welche nimmst du denn da? Ich persönlich verwende meist wirklich Mandeln in Rohkostqualität, das klappt sehr gut. Die gibt es z.B. bei Keimling. Welches kaufst du denn? Oder sind das verschiedene?
      viele Grüße
      Stephanie

      1. Hallo Stephanie,
        Vie li Dank für deine
        Antwort! Ich hab es schon mit mehrereN Sorten probiert – aber meistensverwende ich die von , weil ich die qualitativ eige super finde. Mit den Mandeln von Keimling hab ich das jetzt noch ni probiert aber danke für den Tipp!! Liebe Grüße, kathy

        1. Hallo Stephanie,
          jetzt tipp ich meine Nachricht lieber nochmal – über das Handy in der Mobilen Funktion klappt das irgendwie nicht so. Vielen Dank für deine Antwort! Ich verwende meistens die Mandeln von Seeberger, weil ich die qualitativ super finde. Aber die MAndeln von Keimling werde ich jetzt auch mal probieren. DAnke für den Tipp! lg Kathy

  3. 3 stars
    Halli Hallo, vielen lieben dank für dieses tolle und sehr einfache rezept. es ist gut zu wissen, dass man nur mit etwas geduld das alles selber machen kann.
    ich habe nur eine kritik. ich verstehe nicht, warum wir solche dinge immer nur mit exotischen lebensmittel her zeigen. cashewnüsse, erdnüsse, mandeln, das alles wird nicht hier bei uns in europa produziert oder angebaut. das kommt alles tausende kilometer mit dem flugzeug hierher, was überhaupt nicht nachhaltig ist. wenn man das alles mit unseren heimischen nüssen machen kann, warum zeigt man es dann nicht mit unseren heimischen nüssen. das wäre doch viel besser und auch nachhaltiger.
    ich habe es im übrigen mit walnuss und haselnuss schon ausprobiert und es klappt wunderbar. danke und lieben gruß, karin

    1. Hallo Karin
      Danke für deine Kritik. Allerdings werden zum Beispiel Mandeln sehr wohl in Europa angebaut. Du kannst natürlich verwenden was du möchtest. Meinen Respekt, dass du in allen Bereichen deines Lebens schon so perfekt bist. Toll!

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