Mini Cheesecakes und fermentierte Beeren

20. March 2018

Ostern rückt mit grossen Schritten näher und ich benutze diesen Anlass dankbar als Ausrede dafür, für euch vermehrt Kuchen und andere Leckereien auszutüfteln. Denn wenn ich ehrlich bin, brauche ich dafür ja eigentlich gar keinen Anlass. Ich liebe einfach alles was süß ist, aber wen wundert es?
Als Ausgleich dazu versuche ich die süßen Sachen wenigstens ansatzweise gesund zu halten und heute habe ich euch dafür etwas ganz besonderes mitgebracht.

Fermentierte Beeren

fermentierte Beeren, Vene Kresse und Lavendel auf pinken mini Cheesecakes

Fermentierte Beeren sind so ungefähr das Köstlichste, das ich je gegessen habe. Kennengelernt habe ich sie bei Matthew Kenney im Plant Food and Wine in Los Angeles und seit diesem Tag sind sie mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
Zum Glück hat Matthew vor kurzem sein grandioses Buch PLANTLAB heraus gebracht, mit vielen seiner unglaublich guten Rezepte. Und darin enthalten war auch das Rezept für seine fermentierten Brombeeren. Was war das für eine Freude!
Wer Matthew Kenney nicht kennt: er ist kurz gesagt, DER vegane Koch überhaupt. Zumindest für alle die auf Health Food stehen. Möglichst unverarbeitet, biologisch angebaut, und sowohl extrem fein, als auch wunderschön zubereitet, so sind die Gerichte von Matthew.
Er bietet auch Ausbildungen in seinem Culinary Institute an und eine dieser Ausbildungen zu absolvieren ist seit langem mein absoluter Traum.

Aber zurück zum Thema: fermentierte Beeren.
Warum überhaupt Fermentation? Während Fermentation ursprünglich vor allem zur Haltbarmachung von Lebensmitteln genutzt wurde, entdeckte man im Laufe der Zeit auch deren gesundheitlichen Nutzen. Denn durch die Fermentation entstehen eine Vielzahl gesunder Bakterienstämme die -unter anderem- für eine gute Darmflora sorgen.

Obst fermentieren

Die Fermentation von Obst unterscheidet sich von der von Gemüse, da durch den hohen Zuckergehalt des Obstes eine alkoholische Gärung einsetzt. Und das schmeckt man im Endergebnis. Aber grade das ist auch gewollt. Als ich ein Teenager war, war Sekt mit Erdbeeren total “hip”,  so ungefähr kannst du dir fermentiertes Obst vorstellen. Süß, ein wenig prickelnd und leicht säuerlich. Aber keine Angst, betrunken wirst du von ein paar fermentierten Beeren nicht.

fermentierte beeren auf Mini Cheesecakes

Übrigens, wenn du dich für das Thema Fermentation interessierst, dann kann ich dir das Buch  “Die Kunst des Fermentierens” von Sandor Ellix Katz empfehlen. Er ist sowas wie der “Pabst” der Fermentation und sein Buch die “Bibel” des fermentierens. Und solltest du in Leipzig oder Umgebung leben, dann musst du unbedingt mal in einem Workshop vom Zentrum für Fermentation vorbeischauen. Dort lernst du alles von Ingwerbier über Sauerteigpizza bis hin zu Kimchi, Kraut und Co.

Fermentierte Beeren sind ein echter Allrounder und passen zu vielen süßen, aber auch herzhaften Gerichten. Ich liebe sie auf meinem selbst gemachten Cashewjoghurt, als Topping zu herzhaften Käserezepten, wie meinen Sandwiches mit Mandel-Ricotta oder in Desserts, wie z.B. diesen Mini Cheesecakes, die ich euch heute mitgebracht habe.

fermentierte Beeren auf mini cheesecakes

Fermentation braucht Zeit

Die fermentierten Beeren benötigen zwar kaum Aufwand, dafür aber etwas Zeit bei der Herstellung, deshalb solltest du früh genug anfangen, wenn du sie zu einem bestimmten Anlass servieren möchtest.
Je nach den äusseren Umständen (auf die Fermentation wirken sich unter anderem so Dinge wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und vieles andere aus) dauert die Herstellung der fermentierten Beeren zwischen 6 und 10 Tagen.
Bis Tag 6 hast du aber nichts zu tun, als sie in Ruhe zu lassen. Danach probierst du sie, wenn sie leicht pricklend und gaaanz leicht alkoholisch schmecken sind sie fertig.
Fermentation ist immer auch eine Geschmackssache. Was dem einen zuviel ist, ist für den anderen noch nicht weit genug, daher musst du dich nicht an starre Zeitvorgaben halten, sondern entscheidest nach deinem persönlichen Geschmack, wann die Beeren fertig sind.
Wen dem dann so ist – ab in den Kühlschrank damit. Dort halten sie sich….ich würde mal sagen Wochen. Meine stehen oft 3 Wochen dort, dann spätestens sind sie alle. Schlecht geworden sind sie mir noch nie.

Mini Cheesecakes mit fermentierten Beeren

Anstelle der Mini Cheesecakes kannst du auch einen einzelnen Grossen machen, die Masse reicht für eine Form von 18-24 cm. Für die fermentierten Beeren benötigst du ausserdem ein grosses Schraubglas mit mindestens 1.5 Liter Inhalt.
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Ingredients

Boden

  • 100 gr datteln
  • 100 gr Mandeln
  • 1 EL Kakaobutter geschmolzen
  • eine Prise Salz

Kuchen

  • 300 gr Himbeeren angetaut falls du TK verwendest
  • 300 gr Cashews min 2 Stunden eingeweicht.
  • 100 gr Kakaobutter
  • 60 gr Kokosöl
  • 9 EL Reissirup oder andere flüssige Süße wie z.B. Ahornsirup
  • Saft einer Zitrone
  • 1/2 TL Vanille
  • eine Prise Salz

Fermentierte Beeren

  • 3 Tassen Brombeeren oder Beeren deiner Wahl
  • 1.5 Tassen Rohrohrzucker

Instructions

Fermentierte Beeren

  • Wie schon beschrieben, benötigen die Beeren vor allem eines: Zeit. Die Zubereitung ist denkbar einfach: einfach die Beeren und den Zucker vorsichtig miteinander vermischen und in ein ausreichend grosses Schraubglas geben. Das Glas verschliessen und für mindestens 6 Tage bei Zimmertemperatur aufbewahren.
  • Ab Tag 6 probieren, wenn die Beeren leicht prickelnd und ganz leicht alkoholisch schmecken sind sie fertig und können im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Boden

  • Um den Boden herzustellen, schmilzt du sanft die Kakaobutter und bereitest in der Zwischenzeit die Datteln und die Nüsse zu. Dafür gibst du sie zusammen mit etwas Salz in deine Küchenmaschine und verarbeitest sie zu einem feinen, leicht krümeligen Teig.
  • Wenn die Kakaobutter geschmolzen ist, knetest du sie ebenfalls in den Teig.
  • Den Teig verteilst du dann schön gleichmässig in deine Form oder Formen und stellst sie in den Kühlschrank.

Kuchen

  • Für die Kuchenmasse schmilzt du nun ebenfalls die Kakaobutter, zusammen mit dem Kokosöl. Das funktioniert gut im Wasserbad.
  • Währenddessen gibst du die Himbeeren, Cashews, den Reissirup, den Zitronensaft, die Vanille und ein bisschen Salz in den Mixer und mixt alles zu einer ganz feinen Masse. Das dauert ein wenig und die Masse kann dabei warm werden, das macht gar nichts.
  • Wenn die Masse richtig schön fein ist, giesst du langsam die geschmolzene Kakaobutter und das Kokosöl hinzu und mixt weiter bis alles gut verteilt ist.
  • Dann gibst du die Masse in deine Formen oder Form und lässt sie im Kühlschrank ( mindestens 4 Stunden) oder dem Tiefkühler (ca. 2 Stunden) fest werden.
  • Mit den fermentierten Beeren, Vene Kresse und etwas Lavendel servieren.
Rezept ausprobiert?dann zeig´s mir auf Instagram und mit @happy.mood.food oder #happymoodfood!
Fragen zum Rezept? Schreib mir!

 

Mini Chesecakes und fermentierte Beeren

fermentierte Beeren auf mini Cheesecakes

Du kannst, anstelle der Mini Cheesecakes, natürlich auch einen einzelnen Großen daraus machen. Oder du lässt den Boden weg und servierst es als köstlich kühle Dessercreme, auch eine tolle Variante. Wie auch immer du dich entscheidest, mit den fermentierten Beeren als Topping wird es garantiert köstlich.

Nur einen Gefallen musst du mir tun: wenn die Beeren fertig fermentiert sind, musst du mir bitte verraten, ob du sie genauso liebst wie ich. Versprochen?

plenty of love,
S.

 

Wenn dir das Rezept gefällt, dann sag es weiter, verschick es per Mail oder teile es auf Social Media mit #happy.mood.food oder @happy.mood.food
KOMMENTARE
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5 stars
Wow,
die sehen echt toll aus ?. Dann sollte ich auch mal Obst häufiger fermentieren ?.
LG Silvia

5 stars
Wow, was für ein großartiges Rezept und auch noch so traumhaft Fotografiert, vielen Dank dafür!!!
Viele Grüße sendet
Jesse-Gabriel

Hallo Jesse,
lieben dank für dein tolles Feedback 🙂 Das freu mich sehr! Viel Spass mit dem Rezept
Stephanie

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